Geschichte

Unser landwirtschaftlicher Familienbetrieb befindet sich in der 5. Generation. Seit jeher bauen wir in der Gemarkung Helmstadt vor allem Getreide an. Und schon immer war es so, dass jede Generation den Betrieb anpasste und so führte wie es der jeweiligen Zeit entsprach.

 

Tobias Rappelt

Nach dem ersten Weltkrieg begann Tobias Rappelt (Sohn des Zimmermannes Josef Rappelt) die Landwirtschaft im Vollerwerb zu betreiben. 1920 wurden auf dem Betrieb Rund 9 Hektar bewirtschaftet.

 

Ludwig Rappelt

Zu Beginn des zweiten Weltkrieges war der Hof bereits an Ludwig Rappelt übergeben und befand sich in der Kappelgasse (heutige Bauspenglerei Seitz). Der Betrieb umfasste 13 Hektar Ackerfläche und die durchschnittliche Feldgröße lag damals bei 0,038 Hektar.

Da Ludwig bis 1956 in Russland in Kriegsgefangenschaft war wurde der Hof von Ehefrau Berta und ihren Kindern bewirtschaftet.

In dieser langen Zeit veränderte sich einiges: Es wurden die ersten Dünger eingesetzt, der erste Schlepper mit 15 PS angeschafft, der Zuckerrübenanbau begonnen, und die Kuh-, Schweine- und Hühnerhaltung ausgebaut. Außerdem absolvierte Sohn Karl seine Ausbildung zum Landwirt. 1956 wurde der Hof von der Kappelgasse in die Uettinger Straße ausgesiedelt.

 

Karl Rappelt

Im Jahr 1959 übergab Ludwig – von der Kriegsgefangenschaft gezeichnet, aber zurück – den Hof an seinen Sohn Karl. Zu dieser Zeit wurden erstmals chemische Mittel für die Unkrautbekämpfung im Betrieb eingesetzt. Die chemischen Dünge- und Spritzmittelmöglichkeiten waren nun die Sensation, denn sie erleichterten die schwere Feldarbeit und steigerten dazu noch die Ernteerträge. Diese zunächst positiven Effekte stellten für viele Landwirte die Frage nach Auswirkungen für die Umwelt in den Hintergrund.

1964 kaufte sich der Betrieb den ersten selbstfahrenden Mähdrescher mit einer Schnittbreite von 1,8m. Bis 1974 stieg die bewirtschaftete Fläche über Zupachten auf 34 Hektar an. 1975 wurde der Kartoffelanbau im Betrieb eingestellt. Karls Sohn Albert Rappelt begann seine landwirtschaftliche Ausbildung welche er als staatl. geprüfter Wirtschafter abschloss.

Im Jahr 1977 konnte neben dem Ackerbau mit neuer Technik das zweite Standbein, die Waldarbeit in den Wintermonaten, ausgebaut werden. Bis 1987 stieg die bewirtschaftete Fläche auf 70 Hektar an. Zu dieser Zeit wurde der Viehbestand reduziert und bald nur noch Legehennen gehalten. Die Eier wurden direkt ab Hof an den Verbraucher verkauft.

 

Albert Rappelt

1995 wurde der Hof an Sohn Albert Rappelt übergeben. Im Jahr 1997 schloss sich Albert Rappelt mit zwei weiteren Landwirten zu einer Betriebsgemeinschaft zusammen. In der Gemeinschaft wurden im Gründungsjahr rund 300 Hektar bewirtschaftet. Die Fläche steigerte sich durch Zupacht auf heute 390 Hektar an. 1999 wurde auf eine pfluglose Bewirtschaftung umgestellt.

Alberts Sohn Bernd Rappelt begann im Jahr 2000 seine landwirtschaftliche Ausbildung an der Berufsschule in Ochsenfurt. 2007 beendete Bernd seine Ausbildung mit der Meisterprüfung in Schweinfurt. Die Legehennenhaltung wurde im Jahr 2008 aufgegeben.

Durch die außerbetrieblichen Tätigkeiten der beiden Kollegen wurde die Betriebsgemeinschaft im Jahr 2014 einvernehmlich aufgelöst und seither werden die Flächen von Albert Rappelt und seinem Sohn Bernd Rappelt-Fiederling alleine bewirtschaftet.

 

Bernd Rappelt-Fiederling

Die stetig steigenden Resistenzen der Pflanzen und Schädlinge auf die Spritzmittel veranlassten uns dazu nach Alternativen für unseren Betrieb zu suchen. Ein Seminar der Öko-Akademie Bamberg brachte uns letztendlich zu dem Entschluss in den ökologischen Landbau einzusteigen.

Durch das Vertrauen von Albert konnte Bernd ab 2014  auf einer Teilfläche von 135 Hektar einen eigenen Biobetrieb gründen. Mit der Anschaffung geeigneter Sä- und Hacktechnik können wir nach den Richtlinien von Bioland wirtschaften. Wir bauen zwar weiterhin hauptsächlich Getreide an, nun wachsen auf unseren Feldern allerdings auch Gemüse und Kartoffeln.

Wir sind uns der Verantwortung die wir für die Menschen, die Umwelt und die Natur tragen bewusst. Deshalb möchten wir gesunde Lebensmittel produzieren, mit einer Methode die unsere Erde auch für unsere Nachkommen noch fruchtbar erhält.